Verband Hessischer Hundeschulen

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Rettungshund 1-3

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Prüfung Rettungssporthund (Flächensuche)

Allgemeines

Die Rettungssporthundeprüfungen sollen die Rettungssporthundeteams (Hundeführer/innen und Hund) für ihren Verwendungszweck qualifizieren. Die bestandene Prüfung ist der Nachweis einer erfolgreichen Ausbildung als Rettungssporthundeteam in der jeweiligen Kategorie.

Die Prüfungen setzen sich aus unterschiedlichen Stufen und Schwierigkeitsgraden zusammen, welche wie folgt unterteilt sind:

 1. RH 1 (Rettungssporthund 1)

2. RH 2 (Rettungssporthund 2)

3. RH 3 (Rettungssporthund 3)

Voraussetzungen zur Rettungssporthundeprüfung (RH1) ist ein bestandener Rettungssporthundeeignungstest und die bestandene Begleithundeprüfung des VHH.
Die Teilnahme an zwei Prüfungen derselben Kategorie an einem Tag ist nicht möglich. Rettungssporthundeprüfungen können das ganze Jahr über abgehalten werden. Von der Durchführung einer Prüfung muss Abstand genommen werden, wenn die Sicherheit von Mensch und Hund nicht gewährleistet ist.

Prüfungszulassungsbestimmungen

Am Tage der Prüfung muss der Hund das geforderte Mindestalter von 18 Monate vollendet haben. Es dürfen keine Ausnahmen gemacht werden. Der Hundeführer muss bei einer Prüfung der Stufe RH1 mindestens 18 Jahre alt sein. Die Zulassungsvoraussetzung zur Prüfung der Stufe RH1 ist der bestandene Rettungssporthundeeignungstest und die Begleithundeprüfung.
Die Zulassungsvoraussetzung zur Prüfung der RH2 ist eine bestandene Prüfung RH1 der gleichen Kategorie.
Die Zulassungsvoraussetzung zur Prüfung der RH3 ist eine bestandene Prüfung der RH2 der gleichen Kategorie.

Prüfungsorganisation

Für den organisatorischen Teil der Prüfung ist die ausrichtende Hundeschule verantwortlich. Sie erledigt und überwacht alle erforderlichen Arbeiten zur Vorbereitung und Durchführung einer Prüfung. Die Hundeschule stellt die für die Prüfung vollständig ausgefüllten Unterlagen für die jeweilige Prüfungskategorie bereit.
Die Hundeschule hat für ein zur Prüfung geeignetes Gelände zu sorgen. Sie ist für die Bereitstellung der erforderlichen Helfer, deren Verhalten und deren Einweisung verantwortlich. Die Verstecke sind nach Anweisung des Leistungsrichters (LR) zu setzen. Den ordnungsgemäßen Prüfungsablauf hat die Hundeschule zu gewährleisten.

 Hauptprüfung

 Allgemeines

Vor Beginn der Suchprüfung muss der Hundeführer in Form einer Kurzanzeige die entsprechend ausgebildete Anzeigeart vorweisen. Die jeweilige Anzeigeart (Verbellen, Bringseln oder Freiverweisen) muss dem Leistungsrichter vorab mitgeteilt werden.

Durchführungsbestimmungen

Um allen Hunden die gleichen Voraussetzungen zu geben, begehen mehrere Hundeführer mit einem Probehund die Prüfungsfläche ca. 20 Minuten vor Beginn der Prüfung.
Die Versteckpersonen werden mind. 15 Minuten vor der Prüfung in das Gelände so eingebracht, dass sie weder vom Hund noch vom Hundeführer gesehen werden. Der Abstand zwischen den Versteckpersonen darf 20 m nicht unterschreiten. Bekleidung der Versteckpersonen sollen dem Gelände angepasst sein. Die Versteckpersonen dürfen keine Hundespielzeuge, Leckerchen oder andere Motivationsobjekte mitführen. Der Hundeführer hat vor Suchbeginn dem Leistungsrichter die Anzeigeart bekannt zu geben, ob der Hund verbellt, frei verweist oder nach dem Bringselverfahren anzeigt. Eine Kenndecke soll verwendet werden. Mit dem Wort „Anzeige“ meldet der Hundeführer dem Leistungsrichter, dass der Hund gefunden hat. Hör- und/oder Sichtzeichen sind während der Suche erlaubt. Nicht erlaubt sind Hör- und/oder Sichtzeichen, die die Auslösung des Anzeigeverhaltens erwirken. Die Zeit zwischen Anzeige und Neuansatz wird gestoppt.

Befragung

Der Hundeführer erhält von der Hundeschule oder dem Leistungsrichter eine Lageschilderung über die zu lösende Suchaufgabe. Der Hundeführer soll über alle ihm noch unklaren Punkte den Ausbilder der Hundeschule oder den Leistungsrichter befragen, um über alle Einsatzanforderungen im Klaren zu sein.
Anschließend gibt der Hundeführer dem Leistungsrichter seine Suchtaktik bekannt. Der Hund ist (nach Abnahme des Halsbandes, bzw. beim Suchen nach dem Bringselverfahren mit Halsband und Bringsel) an einer dem Hundeführer richtig erscheinenden Stelle anzusetzen. Der Hund soll das Gelände nach Anweisung seines Hundeführers abstreifen bzw. abstöbern, wobei Hör- und/oder Sichtzeichen richtungsweisend eingesetzt werden dürfen.
Die Versteckpersonen verhalten sich gemäß den Anweisungen des Leistungsrichters, d.h. sie dürfen den Hund nicht zum Anzeigeverhalten motivieren und verhalten sich völlig passiv. Der Hund soll die gefundenen Personen deutlich anzeigen. Der Hundeführer muss dem Leistungsrichter die erfolgte Anzeige melden. Der Hund hat beim Verbellen im Umkreis von ca. 5 m um die Versteckperson zu bleiben, bis sein Hundeführer bei ihm angelangt ist. Beim Bringselverfahren und Freiverweisen wird eine Anzeige bewertet, wenn der Hund seinen Hundeführer auf dem direkten Weg zur Versteckperson gebracht hat. Der jeweilige Prüfungsteil endet mit der Abmeldung des Hundeführers und mit der Bekanntgabe der Bewertung des Leistungsrichters.

Rettungssporthundeprüfung 1 (RH1)

Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn die Person nicht gefunden wurde oder der Hund fehlverweist. Des Weiteren wird die Prüfung nicht bestanden wenn die Versteckperson verletzt oder stark bedrängt wird.
In der RH1 soll die versteckte Person zugänglich – d.h. nicht verdeckt - sein.

Ausarbeitungszeit:
Max. 20 Minuten
1 Person
Gelände: ca. 15000 m2 (Wald)

Rettungssporthundeprüfung 2 (RH2)

Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn die Person nicht gefunden wurde oder der Hund fehlverweist. Des Weiteren wird die Prüfung nicht bestanden, wenn die Versteckperson verletzt oder stark bedrängt wird.
In der RH2 können die Versteckpersonen sowohl zugänglich, als auch mit natürlichen Materialien aus der Umgebung bedeckt sein.

Ausarbeitungszeit:
Max. 25 Minuten
2 Personen
Gelände: ca. 20000 m2 (Wald)

Rettungssporthundeprüfung 3 (RH3)

Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn die Person nicht gefunden wurde oder der Hund fehlverweist. Des Weiteren wird die Prüfung nicht bestanden, wenn die Versteckperson verletzt oder stark bedrängt wird.
In der RH3 können die Versteckpersonen sowohl zugänglich, als auch mit natürlichen Materialien aus der Umgebung bedeckt sein. Zusätzlich können sich die Personen in einem höheren Versteck befinden (evtl. Baum, Hochsitz etc.).

Ausarbeitungszeit:
Max. 30 Minuten
3-4 Personen
Gelände: 30000 m2 (Wald)

Bewertungsschlüssel Mantrailing & Flächensuche

Bewertung sehr gut:

Der Hund zeigt ein freundliches, unbefangenes und unerschrockenes Verhalten während der gesamten Überprüfung.

Bewertung gut:

Der Hund zeigt sich unbeeindruckt und distanziert. Er lässt sich ohne Einfluss des Hundeführers überprüfen.

Bewertung befriedigend:

Der Hund zeigt sich unsicher. Er lässt sich durch leichte Unterstützung des Hundeführers zur Übung motivieren.

Bewertung ausreichend:

Der Hund zeigt sich ängstlich und unsicher, lässt sich dann jedoch durch starke Unterstützung des Hundeführers zur Übung montieren.
Hier ist eine Wiederholung angeraten.


Bewertung nicht ausreichend:
Der Hund zeigt sich panisch oder aggressiv.