Verband Hessischer Hundeschulen

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Begleithund

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Prüfungsordnung

Zugelassen sind Hunde aller Rassen und Größen ab dem vollendeten 13. Lebensmonat. Nach Beendigung der Prüfung werden keine Ergebnisse nach Punkten, sondern nur das Werturteil „bestanden“ oder „nicht bestanden“ vom Leistungsrichter bekannt gegeben. Die Prüfung ist bestanden, wenn im Teil A 70% der zu erreichenden Punkte erbracht werden und im Teil B die Leistungen vom Leistungsrichter als ausreichend erachtet werden. Die abgelegte BH-Prüfung ist ein Ausbildungskennzeichen im Sinne des VHH. An das Ablegen der Prüfung ist im Wiederholungsfalle keine Frist gebunden. Werden im Teil A keine 70% der geforderten Leistung gezeigt ist die Prüfung beendet.
Gesamt: 60 Punkte

Die Prüfung zum Begleithund ist bestanden, wenn mindestens 42 Punkte erreicht wurden.
Die Bewertung der Prüfungsleistung erfolgt nach einem festgelegten Punktesystem.
Der Hundeführer erhält nach bestandener Prüfung eine Urkunde.

Übungen in Punktzahlen

  1. Leinenführigkeit 15 Punkte
  2. Freifolge 15 Punkte
  3. Sitzübung - Sitz aus der Bewegung 10 Punkte
  4. Platzmachen mit Herankommen 10 Punkte
  5. Ablegen unter Ablenkung 10 Punkte

Gesamt: 60 Punkte

Die Bewertung der Prüfungsleistung erfolgt nach einem festgelegten Punktesystem.
Der Hundeführer erhält nach bestandener Prüfung eine Urkunde.

Bewertungen

Prädikate:

  • Bestanden 70 bis 100%
  • nicht bestanden 0 bis 69%


Teil 1

Unterordnugsübungen - Übungsdarstellung


HF = Hundeführer LR = Leistungsrichter

Vor Beginn der ersten Übung, hat sich der HF mit seinem Hund in der Grundstellung beim LR anzumelden.
Während der Prüfung hat sich der HF an die Weisungen des LR zu halten.


1. Leinenführigkeit (15 Punkte)

1.1 Aufgabe und Durchführung

Aus der Grundstellung (HF steht, Hund sitzt links) gehen HF und Hund eine Strecke von ca. 40 bis 60 Schritten geradeaus ohne anzuhalten, machen dann eine Kehrtwendung (gegen den Hund) und zeigen nach 10 bis 15 Schritten mindestens 10-15 Schritte Laufschritt und anschließend mindestens 10-15 Schritte Langsamschritt. Dabei hat der Hund stets mit dem Schulterblatt in Kniehöhe an der linken Seite des HF zu laufen und darf weder vor- noch nachlaufen bzw. nicht seitlich abweichen.
Der HF hat die Leine in der linken Hand zu führen und muss diese locker durchhängen lassen.

1.2 Hörzeichen

Das Hörzeichen „Fuß" ist einmalig bei jedem Angehen sowie bei allen Tempowechseln erlaubt, jedoch nicht bei den Wendungen.
Nach dem Langsamschritt sind mindestens 10-15 Schritte im Normalschritt zu gehen, dann sind zwei Rechtswendung zu zeigen. Nach weiteren 15 Schritten ist eine Kehrtwendung (gegen den Hund) zu zeigen und nach ca. 7 Schritten erfolgt eine Grundstellung, bei der sich der Hund schnell und selbständig abzusetzen hat.
Anschließend geht der HF mit seinem Hund weitere 8 Schritte um anschließend zwei Linkswendungen durchzuführen. Danach geht er durch eine Gruppe von mindestens 4 Personen, wobei der HF diese Gruppe in Form einer „Acht" zu durchlaufen hat und in der Gruppe eine Grundstellung einnehmen muss. Mit Hörzeichen "Fuß" verlässt der HF mit seinem Hund die Gruppe, macht eine Grundstellung und leint seinen Hund ab.

1.3 Fehlerbewertung

Eine straffe Leine, Vorprellen, Nachhängen, seitliches Abweichen bei den Wendungen und Hilfshörzeichen führen zu Punkteentwertung.
Loben und aufmuntern ist erlaubt, solange das Gesamtbild der Vorführung nicht gestört oder verfälscht wird. Ein Griff an das Halsband des Hundes ist nicht gestattet und führt sofort zum Prüfungsausschluss.
Es erfolgt Punktabzug entsprechend der Fehlerhaftigkeit.


2. Freifolge (15 Punkte)

2.1 Aufgabe u. Durchführung

HF und unangeleinter Hund gehen durch eine Gruppe von mind. 4 Personen, wobei der HF diese Gruppe in Form einer "Acht" zu durchlaufen hat und in der Gruppe eine Grundstellung einnehmen muss. Mit Hörzeichen "Fuß" verlässt der HF mit seinem Hund die Gruppe und nimmt wieder eine Grundstellung ein.
Aus der Grundstellung gehen HF und unangeleinter Hund eine Strecke von ca. 40-60 Schritte geradeaus ohne anzuhalten, machen dann eine Kehrtwendung (gegen den Hund) und zeigen nach 10 bis 15 Schritten mindestens 10-15 Schritte Laufschritt und anschließend mindestens 10-15 Schritte Langsam-Schritt. Dabei hat der Hund stets mit dem Schulterblatt in Kniehöhe an der linken Seite des HF zu laufen und darf weder vor- noch nachlaufen bzw. nicht seitlich abweichen. 
Nach dem Langsamschritt sind mindestens 10-15 Schritte im Normalschritt zu gehen, dann sind zwei Rechtswendung zu zeigen. Nach weiteren 15 Schritten ist eine Kehrtwendung (gegen den Hund) zu zeigen und nach ca. 7 Schritten erfolgt eine Grundstellung, bei der sich der Hund schnell und selbständig abzusetzen hat.
Anschließend geht der HF mit seinem Hund weitere 8 Schritte um anschließend zwei Linkswendungen durchzuführen. 

2.3 Hörzeichen

Für die Übungsdurchführung ist das Hörzeichen „Fuß" beim Angehen sowie bei allen Tempowechseln erlaubt, jedoch nicht bei Wendungen.

2.4 Fehler - Bewertung

Straffe Leine, Vorprellen, Nachhängen, seitliches Abweichen bei den Wendungen und Hilfshörzeichen führen zu Punktentwertung. Loben und aufmuntern ist erlaubt, solange das Gesamtbild der Vorführung nicht gestört oder verfälscht wird. Es erfolgt Punktabzug entsprechend der Fehlerhaftigkeit. Ein Griff an das Halsband des Hundes ist nicht gestattet und führt sofort zum Prüfungsausschluss.


3. Sitzübung - Sitz aus der Bewegung (10 Punkte)

3.1 Aufgabe

Auf das einmalige Hörzeichen „Sitz", muss sich der unangeleinte Hund schnell hinsetzen, während der HF ohne anzuhalten mindestens 30 Schritte weitergeht.
Der Hund muss bis zum Abholen durch den HF an seinem ursprünglichen Platz sitzen bleiben.

3.2 Durchführung

Aus der Grundstellung geht der HF zusammen mit dem frei neben ihm gehenden Hund im Normalschritt ca. 10 bis 15 Schritte an, und gibt dann, ohne die Gangart zu unterbrechen, einmalig, das Hörzeichen „Sitz".
Der Hund muss sich sofort, und ohne dem HF nachzugehen, setzen.
Der HF geht, ohne sich nach seinem Hund umzusehen, mindestens 30 Schritte weiter und dreht sich dann zu seinem Hund. Auf Anweisung des LR geht der HF zu seinem Hund zurück und nimmt an dessen rechter Seite die Grundstellung ein.

3.3 Hörzeichen

Für die Übungsdurchführung ist das Hörzeichen „Fuß" beim Angehen aus der Grundstellung, sowie das Hörzeichen „Sitz" erlaubt.

3.4 Fehler Bewertung

Zögerndes Angehen bzw. Nachhängen des Hundes sowie das Umsehen des HF nach dem Hörzeichen „Sitz", Zusatzhörzeichen oder Einwirkungen zur Übungsdurchführung führen zu Punkteentwertung.
Es erfolgt Punktabzug entsprechend der Fehlerhaftigkeit.
Bleibt der Hund stehen, legt sich hin oder läuft mehr als 8 Schritte nach, so kann höchstens die Hälfte der Punkte vergeben werden.


4. Platzmachen mit Herankommen (10 Punkte)

4.1 Aufgabe

Auf das einmalige Hörzeichen „Platz" muss sich der unangeleinte Hund schnell hinlegen, während der HF mindestens 30 Schritte weitergeht.
Der Hund muss bis zum Abrufen durch den HF an seinem abgelegten Platz liegenbleiben und nach dem Abrufen freudig und schnell zum HF herankommen. Dann hat sich der Hund vor den HF zu setzen und auf das Hörzeichen „Fuß" die Grundstellung einzunehmen.

4.2 Durchführung

Aus der Grundstellung geht der HF zusammen mit seinem frei neben ihm gehenden Hund im Normalschritt ca. 10 bis 15 Schritte und gibt dann, ohne die Gangart zu unterbrechen, das Hörzeichen „Platz".
Der Hund muss sich daraufhin sofort und ohne dem HF nachzugehen hinlegen. Der HF geht, ohne sich nach seinem Hund umzusehen, mindestens 30 Schritte weiter, dreht sich zu seinem Hund und ruft auf Anweisung des LR seinen Hund mit dem „Namen" oder gibt das Hörzeichen „Hier", woraufhin der Hund freudig und in zügiger Gangart, ohne das Tempo zu verlangsamen zu seinem HF herankommen muss und sich dicht vor ihm absetzen soll.
Nach einem kurzen Zeittakt muss der Hund auf das Hörzeichen „Fuß" die Grundstellung einnehmen.

4.3 Hörzeichen

Für die Übungsdurchführung ist das Hörzeichen „Fuß" beim Angehen, das Hörzeichen „Platz" beim Hinlegen und das Hörzeichen „Hier" oder das rufen des „Namen" des Hundes beim Herankommen, sowie das Hörzeichen „Fuß" zur Einnahme der Grundstellung erlaubt.

4.4 Fehler - Bewertung

Zögerndes Angehen sowie Nachhängen des Hundes, Umsehen des HF nach dem Hörzeichen „Platz", Zusatzhörzeichen, Einwirkungen zur Übungsdurchführung, langsames Herankommen, fehlendes Vorsitzen, Hilfen hierfür oder zögernde Einnahme der Grundstellung führen zu Punkteabzügen.
Es erfolgt Punktabzug entsprechend der Fehlerhaftigkeit.
Nachlaufen des Hundes von mindestens 8 Schritten, sitzen oder stehen bleiben führt von einer Vergabe von höchstens der Hälfte der erreichbaren Punkte.


5. Ablegen des Hundes (10 Punkte)

5.1 Aufgabe

Der Hund wird während der Übungen 1 bis 3 eines anderen Hundes an einen dafür bestimmten Platz abgelegt.
Der HF steht ca. 30 Schritte von seinem unangeleinten Hund.

5.2 Durchführung

Aus der Grundstellung wird der Hund abgeleint und die Leine des Hundes entweder eingesteckt oder umgehängt, anschließend gibt der HF das Kommando "Platz". Der HF entfernt sich auf dem Prüfungsgelände ca. 30 Schritte von seinem Hund.
Während ein anderer Hund die zuvor beschriebenen Übungen 1 bis 3 ausführt, muss der nicht angebundene Hund liegen bleiben; auch dann, wenn der LR oder eine beauftragte Person in ca. 3 Metern Entfernung am Ablageplatz des Hundes vorbeigeht.
Nach Vorführung des anderen Hundes wird der Hund von seinem HF abgeholt, wobei der Hund auf das Hörzeichen „Sitz" zuerst die Grundstellung einzunehmen hat, anschließend wird der Hund wieder angeleint.

5.3 Hörzeichen

Erlaubt ist das Hörzeichen „Platz" zum Ablegen des Hundes und das Hörzeichen „Sitz" zur Einnahme der Grundstellung.

5.4 Fehler Bewertung

Unruhiges Verhalten, bellen, aufstehen oder sitzen des Hundes sind nicht erlaubt.
Es erfolgt Punktabzug entsprechend der Fehlerhaftigkeit
Bei einem Verhalten, das die Übungsausführung des parallel arbeitenden Hundes stört, muss der angebundene Hund auf Weisung des LR abgeholt werden. Der Abzug für diese Übung beträgt dann 100% der zu vergebenden Punkte.


Teil 2

Verhalten des Hundes unter erschwerten Verkehrsverhältnissen


Auf Anweisung des LR bewegt sich der HF mit seinem Hund inmitten starken Passanten Verkehrs. Der HF hat zwischendurch zweimal zu halten. Beim ersten Mal hat sich der Hund auf Hörzeichen zu setzen, beim zweiten Mal erhält er das Hörzeichen „Platz“, worauf er sich schnell hinzulegen und liegen zu bleiben hat. Innerhalb dieser Übung ist ein kurzes Verweilen an einer Stelle mit außergewöhnlichen Geräuschen einzuflechten (vorbeifahrende Züge an einer Bahnstrecke, durchschreiten einer Unter- oder Überführung bei Zugfahrten, Straßenbahnen, usw.). Der Hund soll auch im starken Passanten Verkehr und bei außergewöhnlichen Geräuschen seinem HF aufmerksam, willig und unbeeindruckt folgen. Geeignete Orte für diese Übung: Belebte Plätze, Bahnhöfe, usw.


Teil 3

Auf Anweisung des Leistungsrichters begeht der HF mit angeleintem Hund den Gehweg einer mäßig belebten Straße. Nach kurzer Strecke hält der HF auf Richteranweisung und befestigt die Führerleine an einem Zaun, Mauerring oder dergleichen. Der HF begibt sich dann für 2 Minuten außer Sicht seines Hundes. Der Hund darf stehen, sitzen oder liegen. Während der Abwesenheit des HF geht ein Passant (Auftragsperson) mit einem angeleinten Hund in einer seitlichen Entfernung von etwa fünf Schritten am Prüfungshund vorbei. Der allein gelassene Hund soll sich während der Abwesenheit des HF ruhig verhalten. Den vorbei geführten Hund (keine Raufer verwenden) soll er ohne Angriffshaltung (starkes zerren an der Leine, andauerndes Bellen) passieren lassen.


Anmerkung

Es bleibt dem LR überlassen, ob er die einzelnen Übungen mit jedem Hund an den jeweils vorgesehenen Orten durchführen oder ob er alle Prüflinge nur je eine Übung absolvieren lässt und dann den nächsten Prüfungsort aufsucht und dort ebenso verfährt.